Bearbeitung der Rolands-Knappen von Johann Andreas Christian Löhr

Johann Andreas Christian Löhr hat hier viel Musäus  herausgefiltert und weggeworfen:

Die Knappen Rolands.

Vom großen und gewaltigen Roland hat doch Jedes von Euch gehört, will ich wohl hoffen? Er war ja des alten Kaiser Karls des Großen Vetter, und sein bester Obergeneral, und tapfer, so tapfer, daß es ihm einerlei war, ob ihm zehntausend oder noch mehr gegenüber standen, denn er hieb sie mit Einem Streiche zu Boden. – Da war es denn eben keine Kunst, daß Kaiser Karl allezeit über seine Feinde den Sieg davon trug, wo ihm der Vetter Roland zu Hülfe war. Indeß hat Jedermann seine Stunde, wo er auch einmal unterliegen muß, möge er auch sein, wer er wolle. So war es denn auch mit dem Vetter Roland.
Karl hatte blutige Händel mit den Mohren oder Mauren, welche Spanien erobert hatten, und nun auch über das große Pyrenäengebirge gehen wollten, welches zwischen Spanien und Frankreich liegt, und mit seinen hohen Bergen eine mächtige Grenzscheide beider Länder macht. Sie wollten Frankreich, und sodann alle Länder in Europa nehmen, so weit sie nur kommen konnten, indem sie dachten, ihnen gehöre die Welt doch einmal, und darum müßten sie dieselbe auch haben. – Nun vorher und nachher haben Viele, nur dem Scheine nach wohl ein wenig anders, aber in der Hauptsache doch immer dasselbe gedacht, und gemeint, was sie haben wollten, das gehöre ihnen, wie sie es haben könnten, und Macht hätten, es zu nehmen. In der Macht liegt meistens das Recht!


Die Mohren wollten Alles haben, Karl aber hätte auch gern Alles gehabt. So gab es denn blutige Händel, in welchen Viele umkamen, und gesunde lebenskräftige Menschen zu todten, kalten, blutigen Leichnamen wurden, aber das machte nichts aus, sondern wer den andern Theil zuletzt untertreten konnte, das machte Etwas aus – nämlich Alles. Wer das konnte, der hatte Recht!
Roland stritt gegen die Mohren, und es kam zu einer grimmigen Schlacht am Fuße des Pyrenäengebirges, an einem Orte, der Ronceval geheißen ward; Roland hatte mit seinem guten Schwert Viele niedergehauen, aber dasmal wurde er selbst auch niedergehauen, denn die Mohren hatten ihre Ritter und Helden, die Arme und in den Armen Kraft hatten, eben sowohl als Karl.
Schwer verwundet, gequält von brennendem Durst, und fast ganz verblutet und verschmachtet lag der tapfere Held Roland da, und seine Knappen und Waffenträger waren im heißen Feuer der Schlacht von ihm abgekommen, welches man damals, wo der Knappe seinem Ritter mit Blut und Leben beistehen sollte, für eine große Schande hielt und mit der höchsten Verachtung bestrafte.
Roland stieß in sein Horn, um Karln ein Zeichen zu geben, es sei mit ihm, seinem Vetter, zu Ende. Karl hörte des Hornes gewaltigen Ton, obwohl er mit seinem Heere acht Meilen davon stand, und ließ alsbald aufbrechen, um Hülfe zu bringen, aber es war damit zu spät. Roland hatte sich blasend die Adern im Kopfe zersprengt, und das güldene Horn, auf dem er blies, war geborsten. Da Roland nun nicht mehr war, das Herz des Heers, so hatten die Mohren den Sieg leicht errungen.

Der Held war gefallen; das Heer war geflohen und die meisten waren niedergehauen, aber die Knappen Rolands waren glücklich entronnen, vielleicht weil sie sehr gut zu Fuße waren. Sie hatten sich tief ins Gebirge gerettet, und waren bis in öde Wüsten gekommen, wo sie von dem Getümmel des Kriegs nichts mehr vernahmen, was ihnen auch schon sehr lieb und recht war. Aber was ihnen gar nicht lieb und recht war, war der Durst und der Hunger, die ihnen sehr hart zusetzten. Und nirgends sahen sie ein Haus oder eine Hütte, und Weg und Bahn waren ihnen völlig unbekannt.
Sie beratheten sich zwar, wie sie sich sättigen, und dann wieder zum Heere zurückkehren könnten; aber aller Rath war vergebens. Dazu kam, daß der Schwertträger Andiol Rolands gutes Schwert auf der Flucht verloren hatte; der Schildhalter Amarin hatte in der Angst den Schild von sich geworfen, um schneller zu fliehen, und Sarron, der Sporenträger, wußte nicht wo die goldenen Sporen seines Herrn geblieben sein mochten. Wären sie ohne diese kostbaren Dinge vor das Angesicht des Kaisers Karl gekommen, es würde ihnen übel gegangen sein, und vielleicht wäre er ihnen an die Kehle gekommen.
Unter vergeblichen Berathungen brach die Nacht herein, die so trübe war, daß kein Sternlein am Himmel schimmerte. Dabei war eine tiefe Stille in der Einöde, die nur zuweilen durch das widrige Geheul großer Nachteulen grausend unterbrochen wurde. – Was sollten sie thun?
Sie streckten sich unter eine Eiche, und hätten so gern das Grausen der Nacht und den nagenden Hunger verschlafen. Das aber gelang ihnen durchaus nicht, wie viel Mühe sie sich auch darum gaben. So wollten sie denn durch Gespräch die lange Nacht kürzen, und fingen mit einander an zu plaudern, und sehnten sich nach dem Anbruche des Tages. Indem erblickt Einer ein Licht, welches sie anfangs für ein Feuermännchen (Irrlicht) halten. Das Licht aber blieb immer an derselben Stelle, woraus sie schlossen, es müsse das Licht einer einsamen Hütte oder eines Hauses sein, wo sich Rath für ihren hungrigen Magen würde finden. Sie erhoben sich von ihrem Rasen, und gingen auf das Licht zu, bei welchem sie auch ankamen, aber erst nachdem sie oftmals sich gestoßen und Gesicht und Hand zerritzt hatten, und über Steine gestolpert oder gefallen und gegen Bäume und Aeste angerannt waren.
Sie langten auf einem freien Platz vor einer steilrechten Felsenwand an, und fanden zu ihrer großen Freude einen Kochtopf auf einem Dreifuß über dem Feuer, welches eben das gesehne Licht gemacht hatte. Bei den Flammen des Feuers entdeckten sie eine Höhle im Felsen, über welcher sich Eppichranken (Epheuranken) herabwanden, und die mit fester Thüre verschlossen war. Sie zweifelten nicht hier müsse ein frommer Einsiedler seine Wohnung haben, der sie ohne Zweifel gastfrei aufnehmen und reichlich bewirthen werde, denn in einer so einsamen entlegenen Gegend sei er gewiß nicht ohne Vorräthe.
Andiol pochte an und begehrte Einlaß. Da rief es von innen mit Weiberstimme heraus: »Wer pocht? Wer pocht so spät noch an meine Thür?«
Andiol sprach: »Thut uns auf, liebes Weib, und laßt drei müde und matte Wanderer ein, die vor Hunger und Durst fast verschmachten.«
»Geduld! rief die Stimme in der Höhle; Geduld! daß ich mein Haus beschicken und meine Gäste mit Ehren aufnehmen kann.«
Nun das ließ sich gut hören und Vieles erwarten, und obgleich ihre Geduld sehr ungeduldig war, so warteten sie denn doch.
Andiol horchte an der Thüre und hörte ein großes Geräusch, wie wenn die ganze Wohnung aufgeräumt, gekehrt und gescheuert würde. Aber das währte so unendlich lange, daß zuletzt die Ungeduld doch ausbrach, und Andiol auf gut soldatisch mit tüchtiger Faust andonnerte. Da, meinte er, müsse sich die Thür flugs aufthun, weil es anderer Orten auch so gewesen sei. Allein die Thür that sich nicht auf, sondern es hieß: »Gemach! ich bin keineswegs taub, daß Ihr draußen so lärmt. Erst will ich mir die Haube aufsetzen, damit ich mich ordentlich vor Euch kann sehen lassen. Schüret indessen das Feuer draußen unter dem Topfe, daß Alles recht siede, und nascht mir nichts von der Brühe.«
Sarron war schon in Held Rolands Küche ein fleißiger Topfgucker gewesen und hatte mit seiner Nase immer das Beste auszuwittern gewußt; wie hätte er hier diesen Topf sehen können, ohne ihn zu untersuchen. Während Andiol lärmte und Amarin vor Müdigkeit, mit guter Hoffnung für seinen Magen, eingeschlafen war, schlich er zum Topf, hob den Deckel auf, fuhr mit der Fleischgabel in den Topf hinab, und zog einen großen fetten Stacheligel herauf. – Die Eßlust verging ihm sogleich, doch sagte er den Gefährten nichts, um ihnen den Appetit nicht zu verderben, falls etwa der Igel mit leckerer Zubereitung aufgetischt würde.
Von Andiols Lärmen war Amarin aus seinem Schlummer erwacht, gesellte sich zu diesem und lärmte, drohete und stritt mit ihm gegen die Inwohnerin, und beide hätten die Thür gern gesprengt, hätten sie es nur vermocht; denn ob sie wohl vor den Mohren waren ein wenig davon gelaufen, so hatten sie doch Soldaten-Herz und Tapferkeit genug, es mit einem Weibe aufzunehmen, zumal ihrer zwei oder drei gegen Eins. Aber das Lärmen und Tosen und Drohen half ihnen gar nichts, und die feste Thür blieb fest zu.
Endlich wurden beide Theile, nämlich die Wirthin und die Klopfenden, doch über den Einlaß einig. Aber, o Unglück, nun hatte in der Eil die Wirthin den Schlüssel zur Höhlenthür verlegt, und sogar auch die Lampe umgestoßen, und so ging denn die Geduldsprobe der Wanderer aufs neue an.
Wie freuten sie sich, als nun nach langem Harren die Thür aufgethan wurde; aber o weh! sie wurde ihnen mit höflichster Art sogleich wieder vor der Nase ungestüm zugeschlagen. Das machte ein großer schwarzer Kater mit großen glühigen Feueraugen, der beim Oeffnen der Thür heraus gewischt war.
Die Hauswirthin schalt und schmähete auf die ungestümen Gäste, die durch ihr Lärmen das liebe Hausthier aus dem Schlafe geschreckt hätten, daß es davon geflohen wäre, und drohete, wenn die Lärmer und Pocher den Kater nicht einfingen und wiederbrächten, sollten sie über ihre Schwelle nicht kommen.
Fürwahr, das lautete gar untröstlich. Andiol sprach mit verbissenem Grimme: »Das ist eine verdammte Hexe, die uns erst stundenlang äfft, und nun sollen wir ihr sogar den Hund von Teufelskater wiederholen. Kommt Kameraden, wir sprengen die Thür, und nehmen, was die Vettel nicht geben will.«
Das war freilich wieder echt soldatisch, und Amarin stimmte gleich bei, aber Sarron sahe weiter, und rieth sehr ab. Er sagte, daß er hier seltsame Dinge ahne, und daß sie wohl mit großer Uebermacht möchten zu kämpfen bekommen. Besser wär es, zu thun was die Höhlenbewohnerin wünsche, bis sie ermüde, ihre Geduld zu erproben.
Die beiden andern sahen, der Rath sei gut, und nahmen ihn an. So setzten sie denn dem schwarzen Hauskater gemeinschaftlich nach, und machten Jagd um ihn einzufangen, das war aber vergebliches Thun, denn der hatte sich mit seinen Krall- und Häkelpfoten auf den Gipfel der höchsten Eiche hinauf gemacht. Man hätte es nicht gewußt, wo er sich aufhielt, da er selbst noch schwärzer war, als die Nacht, aber seine zärtlich queilende Nachtmusik, womit er sich ohne Zweifel seiner Frau Liebsten bemerklich machte und zu seinem hohen Thron einladete, und seine Glühaugen, welche durch die Finsterniß leuchteten, verriethen ihn.
Keiner wußte Rath als der weise Meister Sarron, der sich in allen freien Künsten von Kindheit auf geübt hatte und hatte es darin zu einer großen Vollkommenheit gebracht. So konnte er denn auch wehmüthig und melancholisch miaulen, wie eine Katze, durch welche anmuthige Kunst er glücklich den Kater vom Baume herablockte und einfing.
Jetzt war die Höhlenthür offen und die Wirthin trat ihnen entgegen. Aber es schauderte sie vor dem Anblick derselben, denn sie war ein dürres Todtengebein mit runzlichter Pergamenthaut, den verknöcherten Leib umgab ein lang herabreichendes dunkles Kleid von Karmeliterfarbe, und in der Hand hielt sie eine Mistelstaude, mit welcher die Angekommenen zerimoniös berührt wurden, welches denn, statt des Bewillkommens zu nehmen war.
Die Wirthin winkte den Gästen, sich an einen Tisch zu setzen, auf welchem Milchspeisen, frisches Obst und geröstete Kastanien aufgetragen waren, aber nichts weiter. Sie machten bald reine Arbeit in den Schüsseln, wobei Sarron besonders gar eilfertig war, denn er fürchtete, der Igel möchte noch nachkommen, und wollte solchen Leckerbissen seinen Kameraden keineswegs verkümmern. Aber der Igel kam nicht, und der schlaue Sarron vermuthete, die Wirthin selbst möge wohl das Fett desselben gebrauchen, ihr altes Lederfell einzusalben, damit es geschmeidig bleibe und nicht in den Falten zerbräche.
Sie wollten nun gern aufs Lager, aber die Alte hielt sie noch lange hin, denn das Ruhebettlein sei nicht sogleich fertig, wie sie sagte. Offenbar sahen sie, daß sie gefoppt wurden; aber was half es, sie mußten warten, obwohl ihnen die müden Augen zu und die Hände herabfielen. Sie warteten denn, aber mit großem Grimm im Herzen gegen die Alte, an welche sie sich jedoch nicht getrauten.
Als nun die Lagerstelle fertig war, siehe da war sie zwar weich und einladend, aber nur für Eine Person geräumig genug, und jeder von den Dreien wollte zuerst aufs Lager, denn Jeder war so müde und fertig als der Andere.
Da kam es unter den Dreien zuerst zum Wortwechsel und am Ende zum Faustkampf, und alle alte Kameradschaft galt bei keinem mehr, weil keiner das Lager entbehren mochte. Da lagen sie sich denn bald in den Haaren und zerrauften und bläueten sich einander, so viel sie noch Kraft hatten, ohne daß Einer die Oberhand behielt. Jetzt hatte sich dieser, jetzt jener aufs Lager hingeworfen, indessen die beiden andern sich befausteten und rauften; aber der Dritte wurde von den Zweien immer wieder aufgejagt.
Die Alte sahe dem Raufspiel eine feine Weile zu. Aber da wurde ihr denn doch der Kampf zu arg. Sie berührte mit ihrem Mistelstengel die Erhitzten, und sie standen stumm und starr, wie Bildsäulen, da, und konnten nicht von der Stelle.
»Hört, Ihr Bursche, sagte sie, nun vertragt Euch in Güte, oder Ihr sollt stehen bis zu Anbruch des Tages oder noch länger. Nehmt Vernunft an, Goldsöhne. Es sind noch drei Stunden ehe es Tag wird, da könnt Ihr wechseln und Jeder kann wenigstens noch Eine Stunde weich liegen.«
Sie nahmen Vernunft an und folgten, denn sie fürchteten die Mistelgerte. Die Nacht ging hin, und unsere alte Drude oder Zauberin – denn das war sie gewiß, und der Mistel war ihr Zauberstab – hieß ihre Gäste freundlich weiter ziehen, was sie auch recht gern thaten. Sie gab aber zuvor noch Jedem ein Andenken zum Abschiede, weil sie ihren Kater so geschickt eingefangen hätten. Andiol bekam einen verrosteten Kupferpfennig, Amarin ein kleines Tischtüchlein und Sarron einen alten ledernen Däumling.
Sie glaubten sich vor der Alten verspottet, und hätten ihr wohl gern ihre Gaben ins Gesicht geworfen, allein die Mistelstaude hielt sie im Zaum. Schweigend gingen sie. Als sie aber erst einige tausend Schritte fort waren, da lärmten und tobten sie über die alte Vettel, Hexe,Pergamentfell, Igelfresserin, und welche Namen sie sonst noch fanden, ihren Unmuth recht muthig aus, denn nun waren sie sicher. Und nun meinten sie auch, sie hätten das überalte Wesen nicht so ungestraft lassen, sondern ihm aus seinen Kisten und Kasten, nachdem man sich erst der Zauberruthe bemächtigt hätte, so viel Gold als nur möglich mitnehmen sollen. Denn daß sie viel Gold müsse darin haben, war bei ihnen gar nicht in Zweifel.
Sie hatten also nun das große Wort. Freilich erst nun, wohl wissend, daß weit von dem Schuß gut für den Mann ist.
Das große Wort hatte insonderheit Andiol geführt, um den Andern die Lungen einigermaßen zu ersparen, und im Grimm warf er nun seinen Kupferpfennig weit von sich fort. – Amarin machte es mit seinem Tischtüchlein nicht anders, indem ihm solch ein Lappen in einer Wüste nichts könne helfen, wo es nichts zu essen gäbe. Aber der grundweise Sarron dachte, den Däumling kannst du leicht tragen, denn vielleicht kann aus dem Scherze noch Ernst werden.
Die Kameraden verlachten ihn als einen Thoren, daß er den alten Däumling behalte, er aber ließ sich nicht irren, sondern machte Proben damit, und steckte den Däumling auf den Daumen der rechten und hierauf auf den Daumen der linken Hand, und wandelte mit den Gefährten weiter.
Auf einmal bleibt Amarin stehen und fragt verwundernd: »wo ist denn Sarron hingekommen, er war ja eben erst noch bei uns?« »Laß ihn, erwidert Andiol, der ist gewiß zurückgegangen, um das Lumpenzeug zu suchen, was wir weggeworfen haben, denn er denkt Wunder, was für geheime Kräfte darin sind.«
Wie erstaunt war Sarron, welcher dicht neben seinen Kameraden ging. Nun wußte er das Geheimniß der empfangenen Gabe, und machte Versuche mit derselben, um ganz gewiß zu sein, daß er sich damit unsichtbar machen könne. Während die Gefährten still standen, und seines Nachkommens warteten, schritt er schnell voraus und rief: »Was säumt ihr faulen Menschen denn? wollt Ihr denn gar nicht von der Stelle?« Da horchten sie hoch auf und liefen eilends vorwärts bei ihm vorüber, ohne ihn zu sehen. »Nun wo ist er denn?« fragten sie und gingen immer weiter. Da rief er hinter ihnen: »Wo seid Ihr?« Und so rief er bald hinter, bald vor ihnen, bald auf dieser, bald auf jener Seite. Anfangs gingen sie der Stimme nach, und suchten ihn, aber hernach befiel sie ein Schauder, denn sie meinten, er sei von einer Felsenwand gestürzt, und sie hörten nur die Stimme seines Geistes, und als er nun sich sichtbar machte, und plötzlich vor ihnen stand, entsetzten sie sich aufs heftigste.
Da entdeckte er ihnen des Däumlings Geheimkraft, und gab ihnen Proben von derselben, sie aber standen ganz vor Erstaunen verdutzt, und wollten ihren eigenen Augen nicht trauen. Als sie aber zu sich selbst gekommen waren, liefen sie im schnellesten Laufe nach den weggeworfenen Gaben zurück. Lange und mühsam suchten sie, und voll Angst, ob nicht das verschmähete Gut bereits wieder in die Kisten der Drude zurückgekehrt sei? sie beklagten schon bitterlich ihren thörigten Eifer und ihre Einfalt, Dinge als nichtsnutzig weggeworfen zu haben, die von unermeßlichem Werth wären.
Indessen sie waren glücklich. Amarin fand sein Tüchlein an einen Dornstrauch hängend im Winde flattern. Viel mehr Mühe kostete es den verrosteten Pfennig zu finden; jedoch fand er sich auch.
Glückliche Menschen! die jetzt vor Freude weder Müdigkeit noch Hunger und Durst fühlten, obwohl sie noch nicht wußten, wie die Gaben gebraucht werden mußten. – Daß ihnen die Gaben einst verderblich werden könnten, darauf fielen sie gar nicht.
Nachdem es mit der ersten großen Freude vorbei war, meldeten sich Müdigkeit, Hunger und Durst aufs neue wieder. Sie lagerten sich in dem Schatten eines dickbelaubten Baums und machten Versuche, Amarin mit seinem Tüchlein, Andiol mit seinem Pfennig. Amarin knöpfte das Tüchlein andächtig ins Knopfloch, und sprach heimlich sein Tischgebet: »Aller Augen warten auf dich, Herr,« aber es kam keine Mahlzeit, wie er gewünscht und gehofft hatte. Andiol nahm seinen Pfennig und legte ihn zu den Paar andern Pfennigen, die er noch in der Tasche hatte. Darauf fing er an zu zählen, vorwärts und rückwärts mit der linken und mit der rechten Hand, und meinte, es müsse mehr werden, weil es gewiß doch ein Heckepfennig wäre; es blieb aber genau so viel als es war.
So saßen sie still und stumm und halb verschmachtet und unmuthig unter dem Baum. Plötzlich reißt Sarron dem Andiol das Tüchlein weg, breitet es auf den Rasen aus und spricht: »Tüchlein bescheer uns einen tüchtigen gutgekochten Schinken, Weißbrot vollauf dazu und gut zu trinken.«
Im Augenblick stand das Eßwerk da, was sie begehrt hatten, und sie fielen gierig darüber her, ohne zu bemerken, daß es am Trinken fehle. Aber als sie anfingen nach dem Schinken zu dürsten, fühlten sie wohl was fehlte, und es wollten Andiol und Amarin die Gabe schon wieder tadeln, als Sarron rief: »Halt, Kameraden, nicht voreilig! Wo ein gut Backhaus ist, findet sich nach altem Sprichwort auch ein gut Brauhaus. Er nahm das Tüchlein, von welchem sogleich Alles verschwand, was darauf noch übrig geblieben war, wendete es um, und wünschte Wein in Menge und zwar vom Besten. Augenblicks stand auf dem willigen Tüchlein ein großer Henkelkrug, gefüllt mit dem edelsten Wein. Sie sprachen fleißig dem Kruge zu und wurden fröhlich und selig, und das Tüchlein ward hochgelobt, die alte gute herrliche Mutter aber auch, die es ihnen gegeben hatte. Andiol hatte während des Trinkens mit seinem Pfennig neue Versuche gemacht und die Kraft desselben kam zum Vorschein, als er ihn erst auf der Vorderseite betrachtet hatte, um sein altes Gepräge zu beschauen, und ihn sodann auch auf der Rückseite besah. Er wollte den Pfennig schon wieder muthlos beistecken, als er unter demselben ein Goldstück fand, eben so dick und groß als der Pfennig selbst war. Jetzt wußte er, wie er der Wünschgabe beikommen konnte.
Nun! der Jubel war allgemein! In der Freude liefen sie zurück, und wollten dankbar der guten Drude um den Hals fallen, aber sie fanden die Felsenwand und die Grotte nicht wieder. Ohne Zweifel hatte der Geist des Weines sie irre geführt, vielleicht waren auch Felsen und Höhle verschwunden.
Sie durchzogen nun die Gebirge hin und her, und kümmerten sich wenig darum, wie viele Tage das dauerte, denn sie hatten zu essen und zu trinken, und ihrer waren ja drei, mithin hatten sie auch Gesellschaft. Endlich kamen sie an eine Landstraße, die führte zu der Hauptstadt eines spanischen Königreichs, und sie entschlossen sich, sich nach dieser Stadt zu wenden. Sie nahmen sich vor beisammen zu bleiben, um ihrer Gaben gemeinschaftlich zu genießen, und sich damit einander auszuhelfen. Darüber gaben sie sich Handschlag und Wort. Sie gaben sich Beides, aber Menschenherz verändert sich, wie sich die Lagen des Lebens ändern, wenn man nicht recht stark und standhaft ist.
Sie kamen in die Stadt und sahen den Glanz des Königshofes, und verliebten sich alle drei in die wunderschöne Prinzessin Urraka, die von der ganzen damaligen Welt angebetet wurde, und weil sie so hohe Wunderdinge besaßen, meinten sie, daß sie wohl ein Recht hätten nach einer hohen Prinzessin zu streben, eben sowohl als die vornehmsten Herren des Reichs. Das aber wurde ihr Verderben, zumal da die Prinzessin so listig und schlau war, und auch tückisch dazu, sie aber nur Schildknappen-Verstand und Ehrlichkeit hatten. Eifersüchtig entzweiten sie sich bald genug, und trennten sich, damit Jeder seines eigenen Weges gehen möchte. Doch versprachen sie sich, daß Keiner des Andern Geheimniß wolle verrathen. Sie sahen ein, wie höchst nothwendig das war.
Andiol, der seinen verrosteten Pfennig in gute Uebung setzte, schaffte sich erst große Haufen Gold, und dann erschien er bald als ein herrlicher Herr, und trieb große Pracht. Die Leute mochten errathen, wer er sei, denn aus ihm selbst wurden sie nicht klug, und da sie ihn für einen unechten Sohn Karls hielten, hatte er gar nichts dagegen.
Er begab sich an den Hof und durfte es, weil er so überreich und glänzend war. Urraka bemerkte ihn bald, bemerkte aber auch ebensobald an seiner Schildknappen-Art und Weise, daß er, wie es sich nicht selten beisammen findet, reich und dumm zugleich sei. Sie nahm sich vor, ihn erst auszubeuteln und leicht zu machen, und ihn dann mit Hohn und Spott abziehen zu lassen. So hatte sie es schon mit vielen vornehmen und reichen Herren gemacht, die ihr zu Ehren und Lust große Feste und Bälle und Gastmahle gegeben hatten, und wenn sie dadurch arm geworden waren, mußten sie schimpflich von dannen.
Bald war er der Prinzessin näher gekommen, und je mehr er that, sie zu vergnügen, desto mehr tolle Dinge verlangte sie, um ihn arm zu machen. Seen wurden ausgetrocknet, Berge geebnet, Ebenen gebergt, Springquellen und Wasserfälle, Bäder und Säulengänge, Lustwälder und Grotten angelegt – und Andiol bestritt mit dem verrosteten Pfennig Alles. Die Prinzessin konnte das freilich nicht begreifen, denn in kurzer Zeit hatte Andiol mehr aufgewendet, als das ganze kleine Königreich werth war.
Amarin war indessen von seinem Tüchlein immerdar satt und wohlgenährt geworden, aber er hatte kein Hemd und fast keinen Rock mehr auf dem Leibe und beneidete den Andiol sehr, der in Pracht und Herrlichkeit und in der Nähe der Prinzessin leben konnte, und durch seinen Pfennig Alles habe, was sein Herz wünschte. So ging er einmal auf den Markt, recht trübsinnig und verstimmt. Da wird eben des Königs Mund- und Leibkoch ausgepeitscht. Der Herr Koch hatte der Majestät ein nicht völlig gutes Gericht geliefert; der Magen Sr. Majestät hatte das übel vermerkt, und dafür den Rücken des Kochs, der es entgelten sollte, in Gnaden auspeitschen lassen.
Da kam dem Amarin ein ungemein geistreicher Gedanke bei, nämlich königlicher Mundkoch zu werden, indem er sich auf die Kunst seines Tüchleins verließ. Er meldete sich als einen reisenden Koch, und obwohl man ihm, der wie ein Landstreicher aussahe, gar wenig traute, gab man ihm doch ein Probestück der Kochkunst auf, das er in einer verschlossenen Küche bereiten sollte. Es galt ein Spanferkel im feinsten Geschmack zu liefern. Er forderte das Spanferkel in begehrter Art von dem Tüchlein, empfing es, richtete es auf einer silbernen Schüssel an, wie er es in Rolands Küche gesehen hatte, und o Wunder! das Gericht behagte der mißlaunigen Majestät so wohl, daß Dieselben es ganz und allein aufaßen, und gestanden, so etwas Ueberfeines sei noch nicht auf Dero Zunge gekommen. Amarin wurde gut gekleidet, um vor dem König erscheinen zu können, wurde zum Leibmundkoch ernannt, mit vielen Lobeserhebungen wegen seines ausgezeichneten Genies, und erhielt den Rang eines Majors von der Armee.
Er lieferte von nun an so überköstliche Gerichte, mit Gewürzen und Früchten aus allen Erdtheilen, daß er Oberküchenmeister und zuletzt gar noch dabei Oberhofmarschall wurde.
Die Prinzessin hatte bisher den König nach ihrem Willen am Gängelbande geleitet, vorzüglich durch leckere Gerichte und Brühen, aber jetzt wurde derselbe gar störrisch und widerspenstig, wenn sie etwas wünschte, weil ihre Küchenkünste weit übertroffen wurden. Das verdroß sie gar sehr, denn sie wollte überall die Klügste sein. Mit glatten Worten suchte sie sich den Amarin zum Freunde zu machen, damit er ihr an Hoffesten irgend eine Schüssel bereitete, die Alles übertraf und die sie für ihr eigenes Kunstwerk ausgab, damit sie auf diese Weise durch den Magen des Königs den Weg zu seinem Herzen fände, und auch wohl zu seinem Kopfe.
Andiol und Amarin waren nun beide am Hofe und aßen und tranken oftmals an Königstafel mit einander, aber sie ließen sich nicht merken, daß sie je einander gekannt hätten. – Wo aber der dritte Gesell, Sarron, geblieben sei, das wußte keiner von ihnen.
Aber Sarron war auch am Hofe, nur daß er sich nicht sehen ließ. Er aß von Amarins Tische, er lebte von Andiols Golde, und richtete Alles so gut ein, daß keiner derselben einen Verdacht schöpfte; ja er hatte selbst eher Bekanntschaft mit der Prinzessin gehabt, als seine ehemaligen Kameraden, denn er war unsichtbar in das Gemach derselben eingetreten und hatte ihr zugeflüstert: »Urraka, ich bin ein Engel, aber deine Schönheit hat mich vom Himmel herabgezogen.«
Es versteht sich, daß Urraka anfangs beinahe vor Schrecken den Tod hatte, aber da solche Besuche öfter kamen, gewöhnte sie sich so sehr daran, daß sie mit dem Engel schöne Gespräche hielt. Was ihr aber dabei auffiel, war, daß der Engel in seinen Ausdrücken etwas derb und plump war, und gar keine singende und klingende Silberstimme hatte, wie sie sich einbildete, daß es sein müsse, sondern eine knatternde und ratternde grobe Bauernstimme. Da verlangte es sie denn darnach den Engel zu sehen, aber erst nach vielem Bitten verhieß der, ihr Verlangen zu stillen.
Der Engel erschien ihr eines Tages im seltsamen flatternden Rosenatlaskleide mit blauem Unterfutter, aber er hatte breite Fäuste, und ein breites braunes Angesicht ohne Geist im Auge und ohne alle Lieblichkeit in Geberde, und seine ganze Gestalt war die eines tüchtigen vierschrötigen Bengels. Gern hätte sie noch mehr gewußt, aber der Engel war klug und wurde sogleich wieder unsichtbar.
Daß hier etwas Wunderbares im Werke sei, wußte Urraka nun wohl, aber mehr wußte sie nicht. Ein Zufall kam ihr zu Hülfe.
Sarron schlich häufig am Hofe hinter der Prinzessin unsichtbar her, und bemerkte mit innerm Grimm, wie sie so freundlich und liebreich gegen Amarin that, und ob er wohl wußte, das geschähe der Gerichte wegen, ärgerte es ihn doch, und er spielte dem Amarin einen argen Possen.
Bei einem Hoffeste hatte Amarin wieder einmal ein köstliches, überköstliches Gericht für den König vom Tüchlein gewünscht, welches ihm, als wär es von der Hand der Prinzessin bereitet, in einer verdeckten Schüssel vorgesetzt werden sollte. Hoch hatte Amarin diese Schüssel gerühmt, und der König seine ganze rüstige Eßlust darauf verspart. Aber o Schrecken und Jammer! als die Decke von der Schüssel aufgehoben wurde, war sie leer, ganz leer.
Der König ward grimmig und hob die Tafel auf, die Prinzessin fiel in Ohnmacht, der Hofmarschall und Oberküchenmeister wurden leichenblaß.
Nachdem die Prinzessin wieder zu sich gekommen und auf ihr Zimmer gegangen war, mußte Amarin erscheinen.
Sie hatte den unsichtbaren Engel mit dem verschwundenen Gericht leicht in Verbindung gebracht; Amarins Kochkunst war ihr auch schon längst verdächtig gewesen, und ihre verstellte Freundlichkeit sollte nichts anders als das Geheimniß derselben ergründen.
Jetzt fuhr sie den halbtodten Amarin, der vor ihr auf den Knien lag und um Gnade flehete, mit grimmigen Worten an, und drohte ihn als Zauberer verbrennen zu lassen, falls er nicht alles gestehe. Da gefleht der arme Tropf in der Herzensangst sein Geheimniß, und das Geheimniß der beiden Genossen.
So stracks mußte der Thor sein Tüchlein ausbreiten und zur Probe eine reife Muskatnuß in frischer Schaale herbeiwünschen; und sie war da. Aber statt nach der Nuß zu greifen, griff sie nach dem Tüchlein, riß es fort und warfs in eine Truhe (Lade), die sie ins Schloß schlug.
Ohnmächtig fiel der betrogene Mensch zu Boden, denn all sein Verdienst und sein Glück war in der Truhe verschlossen. Sie aber ließ ihre Diener kommen, und befahl ihnen, sie von diesem Menschen zu entledigen, der die fallende Sucht habe.
Der unsichtbare Engel wurde um seinen Däumling auf andere Weise gebracht. Bei einem Abendbesuch ließ er sich, trotz seiner Unsichtbarkeit, eine Schale Wein nach der andern einnöthigen, weil Urraka es als ein Zeichen seiner Liebe forderte. Die letzte Schale enthielt aber einen tüchtigen Schlaftrunk, und der Engel fiel in wenigen Augenblicken wie ein Bleisack zu Boden, und schnarchte bald wie ein Bär.
Obgleich er immer noch unsichtbar war, kraft des Däumlings, so war er jedoch nicht unfühlbar. Man fand die Stelle wo er lag sehr leicht, und der Däumling war bald herausgetastet und abgezogen. Sichtbar lag der Engel nun da, und dienstwillige Hände trugen ihn in der Nacht hinaus, und legten ihn in einen Winkel der Stadt hin. Wie ihm beim Erwachen zu Muthe gewesen sein möge, ist zu beschreiben ganz unnöthig.
Den Goldpfennig mußte aber Urraka auch noch haben. –
Andiol mußte sie einmal in aller Frühe zur Messe begleiten, welches er gähnend that. Unter den angestellten Bettlern war ein Blinder, der recht gut sehen konnte. Andiol gab ein Goldstück nach dem andern aus seinem Säcklein, in welchem der Wünschpfennig war. Alle Bettler bekamen, aber der arme Blinde bekam nichts, denn kaum hatte er ein Goldstück im Hutkopf, so nahmen es ihm die Andern.
»Halt fest!« sagte Urraka, riß im Nu dem Andiol den Säckel aus der Hand, und gab ihn in die Haud des Blinden, der im Umsehen damit verschwand. Andiol erschrak so sehr, daß er keines Wortes mächtig war, und wurde darüber noch von den begleitenden Hofleuten ausgelacht. Er faßte sich jedoch wieder, begleitete die Prinzessin, und ließ nach der Messe die genaueste Nachfrage nach seinem Säckel halten, in welchem eine alte verrostete Schaumünze sich fände, die ihm gar werth sei. Aber wie großen Lohn er auch verhieß, der Säckel fand sich nicht wieder; – – Urraka hatte ihn, denn der Blinde war ihr Hofnarr.
Man sieht wohl ein, daß die thörigten drei Abenteurer am Königshofe sich nicht länger halten konnten. Einige Meilen von der Köngisstadt fanden sie sich wieder zusammen. Der Uebermuth ihres Glücks hatte sie getrennt, ihr Unglück vereinigte sie wieder. Sie nahmen Kriegsdienste, und hätten wohl, wie einst, oftmals lustig und guter Dinge sein können, aber die verschwundene Herrlichkeit lag ihnen von nun an immerdar im traurigen Sinn.
Ja! großes Glück und große Gabe wollen mit Mäßigung und Vernunft benutzt sein, denn sonst kommt aus dem Uebermuth oftmals der Unmuth, und aus der Freude der Jammer!
Quelle:
Johann Andreas Christian Löhr: Das Buch der Maehrchen für Kindheit und Jugend, nebst etzlichen Schnaken und Schnurren, anmuthig und lehrhaftig [1–]2. Band 1, Leipzig [ca. 1819/20], S. 339-357.

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