Bearbeitung der Rolands-Knappen von Johann Andreas Christian Löhr

Johann Andreas Christian Löhr hat hier viel Musäus  herausgefiltert und weggeworfen:

Die Knappen Rolands.

Vom großen und gewaltigen Roland hat doch Jedes von Euch gehört, will ich wohl hoffen? Er war ja des alten Kaiser Karls des Großen Vetter, und sein bester Obergeneral, und tapfer, so tapfer, daß es ihm einerlei war, ob ihm zehntausend oder noch mehr gegenüber standen, denn er hieb sie mit Einem Streiche zu Boden. – Da war es denn eben keine Kunst, daß Kaiser Karl allezeit über seine Feinde den Sieg davon trug, wo ihm der Vetter Roland zu Hülfe war. Indeß hat Jedermann seine Stunde, wo er auch einmal unterliegen muß, möge er auch sein, wer er wolle. So war es denn auch mit dem Vetter Roland.
Karl hatte blutige Händel mit den Mohren oder Mauren, welche Spanien erobert hatten, und nun auch über das große Pyrenäengebirge gehen wollten, welches zwischen Spanien und Frankreich liegt, und mit seinen hohen Bergen eine mächtige Grenzscheide beider Länder macht. Sie wollten Frankreich, und sodann alle Länder in Europa nehmen, so weit sie nur kommen konnten, indem sie dachten, ihnen gehöre die Welt doch einmal, und darum müßten sie dieselbe auch haben. – Nun vorher und nachher haben Viele, nur dem Scheine nach wohl ein wenig anders, aber in der Hauptsache doch immer dasselbe gedacht, und gemeint, was sie haben wollten, das gehöre ihnen, wie sie es haben könnten, und Macht hätten, es zu nehmen. In der Macht liegt meistens das Recht!

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